Kategorie-Archiv: Infos für Familien

2015 – das ändert sich für Familien

Die wichtigsten Änderungen für Familien ab Januar 2015

Elterngeld Plus wird eingeführt

Das bisherige Elterngeld wird um die Leistung Elterngeld Plus erweitert. Eltern von Kindern, die nach dem 1. Juli 2015 zur Welt kommen, können künftig zwischen dem bisherigen Elterngeld und dem Elterngeld Plus wählen. Das Plus bedeutet, dass sich die Bezugszeit von Elterngeld auf das Doppelte (24 statt 12 Monate) verlängert, wenn Teilzeit gearbeitet wird. Dafür verringert sich der Betrag um 50% im Vergleich zum „alten“ Elterngeld. Die Bereitschaft beider Elternteile, ihre Arbeitszeit auf 25 und 30 Wochenstunden verkürzen, wird künftig mit einem zusätzlichen Partnerschaftsbonus in Form von weiteren 4 Monaten Elterngeld Plus belohnt. Die Elternzeit bei Elterngeld Plus kann künftig in drei Etappen genommen werden. Bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Sprößlings können Eltern wählen.  Das bisherige Elterngeld existiert weiterhin. Eltern können frei wählen, welche Variante für sie besser in den Lebensplan passt, Elterngeld und Elterngeld Plus können sogar miteinander kombiniert werden.

Wesentliche Unterschiede zwischen Elterngeld und Elterngeld Plus

Nochmal die Änderungen in einer kurzen Zusammenfassung:

  • Elterngeld Plus: Bezugszeit 24 Monate bei 50%iger Kürzung des Elterngeldes
  • Elterngeld Partnerschaftsbonus: Weitere 4 Monate Elterngeld Plus, wenn beide Eltern in Teilzeit arbeiten
  • Mögliche Aufteilung der Elternzeit auf drei Etappen bis zum 8. Geburtstag des Kindes.

Familienpflegezeit wird verlängert

Das Gesetz „Zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“ tritt ab Januar 2015 in Kraft und soll – nomen est omen – Erwerbstätigen die Pflege eines schwer kranken Angehörigen zu Hause ermöglichen bzw. erleichtern. Zum Kreis jener Angehörigen, für die eine Familienpflegezeit in Anspruch genommen werden kann, ist klar definiert und umfasst u.a. auch Kinder, Adoptivkinder und Pflegekinder des Ehepartners bzw. des Lebenspartners.

Bisher waren es sechs Monate, in denen ein Arbeitnehmer seine wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren konnte. Dieser Zeitraum wurde durch das neue Gesetz auf bis zu 24 Monate verlängert. Um das fehlende Einkommen zu kompensieren, kann die pflegende Person ein zinsloses Darlehen erhalten. In akuten Fällen kann eine bezahlte Familienpflegezeit von bis zu 10 Tagen ermöglicht werden. Außerdem kann bei der Pflegeversicherung (der betreuten Person) ein so genanntes Pflegeunterstützungsgeld beantragt werden.

Kita Ausbau geht voran

Im Jahr 2015 sollen weitere Kita-Plätze entstehen, um den Bedarf besser decken zu können. Die Bundesländer erhalten hierzu aus dem Bundeshaushalt eine Milliarde Euro. Das Geld soll nicht nur zum Bau neuer Kitas verwendet werden, sondern auch zur qualitativ besseren Ausstattung.

Unterhalt: Selbstbehalt steigt

Die Düsseldorfer Tabelle gesteht unterhaltspflichtigen Elternteilen einen höheren Betrag als Selbstbehalt zu. Der Betrag (Selbstbehalt für Erwerbstätige) wird von 1000 Euro auf 1080 Euro monatlich erhöht. Die Unterhaltssätze selbst bleiben 2015 unverändert.