Garagenvertrag oder Abstellgenehmigung – oder mein Freund, der Mann von der Post

Eigentlich wollte ich eine Abstellgenehmigung für die Paketpost erteilen, aber vermutlich habe ich eine Garage gemietet, im schlimmsten Fall gekauft.

…und das kam so:

Als ich letzte Woche ein Paket hätte bekommen sollen, war ich nicht zu Hause und fand stattdessen eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Ich solle doch bitte die Freundlichkeit besitzen, und das Paket selbst abholen und zwar in der Postfiliale in meiner Nähe. Klar, da standen auch die Öffnungszeiten, meine Schuld dass ich nicht nochmal draufgeschaut habe, bevor ich mich heute auf die Socken machte. Als ich hinkam, fand ich die Filiale geöffnet vor, der Postmensch machte aber gerade Pause. Das gab er mir nonverbal zu verstehen, indem er heftig kauend mit dem Zeigefinger auf die Tafel mit den Öffnungszeiten verwies. Ich verstand. War auch nicht sauer, bin ja selbst schuld und der arme Mann muss ja schließlich auch mal Pause machen. Es lohnte sich nicht, heimzugehen. Einkaufen fiel auch aus, denn ich musste ja später das Paket heimschleppen und würde daher nicht auch noch Tüten tragen können. Also trieb ich mich 45 Minuten mehr oder weniger ziel- und planlos in der Gegend herum.

Pünktlich um 14 Uhr betrat ich mit neuem Schwung erneut die Filiale. Zwei Kunden waren vor mir, dann war ich an der Reihe. Mir wurde mein Paket ausgehändigt, nachdem ich dem Postbeamten meine Identität durch Vorlage meines Personalausweises belegen konnte. So weit so gut. Dann kam mir eine dumme Idee. Ich fragte nämlich, ob ich vielleicht hier und jetzt eine Abstellgenehmigung erteilen könnte.

Der Postmann: „Sie wollen einen Garagenvertrag abschließen?“

Ich: „Nein, ich möchte die Genehmigung erteilen, dass Pakete künftig an meiner Wohnungstür abgestellt werden können“.

Der Postmann: „Sag ich doch, einen Garagenvertrag“

… und knallt mir einen mehrseitigen Flyer vor die Nase, den ich seinem Befehl zufolge „Ausfüllen“ sollte. Dass ich meine Lesebrille nicht zur Hand hatte, ist wiederum nicht die Schuld von Postmann. Aber auch im Vollbesitz meines Augenlichts hätte ich erwartet, dass er so viel Servicegedanken aufbringen hätte können, um das Ding für mich auszufüllen. Ich versuche also, an der richtigen Stelle des Formulars „an der Wohnungstür“  hinzuschreiben, meine Personalien und …. dann musste ich noch die Personalausweisnummer eintragen. Selbigen hatte ich längst wieder verstaut und da ich zu den Menschen gehöre, die ihre Personalausweisnummer nicht auswendig kennen, musste ich ihn erst wieder hervorholen.

Der Postmann: „Rücken Sie bitte zur Seite“ (Die Worte „Rücken Sie bitte“ habe ich in meiner Phantasie dazu gefügt)

Ich: „Nein, ich bin jetzt dran und ich rücke nicht zur Seite“

Der Postmann: (laut!) „Sie behindern den Schalter!“

Ich: (auch laut!) „Ich habe eine Dreiviertelstunde auf Sie gewartet und bin jetzt dran. Ich erledige das, was ich am Schalter erledigen will und behindere gar nichts!“

Der Postmann: (noch lauter!) „Was!! Gewartet!!!!! Sie haben das jetzt auszufüllen und zwar am Tisch. Machen Sie den Schalter frei!!“

Ich: (jetzt ganz leise) „Ich schreibe da jetzt die Ausweisnummer rein und dann mach ich den Schalter frei! Okay?“

Die Gesichtsfarbe des Postmanns färbte sich gefährlich rot und wie ich ausgesehen haben mag, will ich gar nicht wissen. Ich pinselte die Nummer rein, unterschrieb und legte das Dingens ihm auf den Schalter mit den Worten „ das war jetzt ganz schwer für Sie, oder?“ Bevor er antworten konnte, bin ich gegangen. Was sonst noch auf dem Formular stand, konnte ich mangels Lesebrille nicht eindeutig erkennen. Sollte ich aber tatsächlich eine Garage gekauft oder gemietet haben – macht es nichts, kann ich auch brauchen.

Was das alles mit dem Blog-Thema Gesundheit  zu tun hat? Ganz einfach: Ärgern treibt den Blutdruck nach oben … und das ist bekanntlich ganz ungesund. Logische Folgerung: Besser beizeiten einen Garagenvertrag abschließen, als zu Unzeiten Ärger mit dem Postmann zu bekommen.

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