BurnIN - BurnOUT

Erloschenes Feuer

Erloschenes Feuer wieder zum Lodern zu bringen, ist schwer – eigentlich ist es unmöglich. Wer es doch schafft und sich über neu erwachtes, wärmendes, knisterndes und lebendiges Feuer freut, hat nicht das alte zum Leben erweckt. Er hat neues Feuer gemacht. Vielleicht sogar – oder sehr wahrscheinlich – auf einer anderen Feuerstelle, denn auf der alten liegt nur Schutt, der nicht als neuer Brennstoff taugt. All der Brennstoff, der dazu verwendet wurde, ist futsch. Verbraucht. Hat sich in Rauch aufgelöst und schwirrt nun als dematerialisierte Energie irgendwo herum – unerreichbar, unwiederbringlich. Alle Mühen, erloschenes Feuer wiederzubeleben, sind vergebens. Welch ein Frust!

Die Entscheidung, die alte Feuerstelle aufzugeben, ist schwer zu fällen. Zu begreifen, dass die gewohnten Brennstoffe und Energien nicht mehr zur Verfügung stehen, tut weh. Besonders dann, wenn beim Befeuern der nun verloschenen Feuerstelle viel Energie, viel Konzentration, viel Herzblut und viel Engagement verwendet wurde, fällt es schwer, den einst gefassten Plan aufzugeben, den man mit genau diesem Ziel verbunden hat. Menschen, die mit all ihren Kräften ihr inneres Feuer lebendig erhalten haben, geben nicht so leicht auf. Die Tatsache, dass die lodernde Flamme vielleicht über Jahre und Jahrzehnte hinweg mit Brennstoff versorgt wurde, damit sie immer weiter, Tag und Nacht am Leben erhalten wird, beweist die Ernsthaftigkeit, mit der hier zu Werke gegangen wurde. Ein Blick in die Umgebung zeigt, dass es auch andere Lebensentwürfe gibt. Rings herum lodern die Flammen der anderen Menschen. Nicht alle sind so hoch, nicht so wärmend, nicht so schillernd und nicht so energiegeladen wie bei dieser einen, unserer eigenen Flamme, am Höhepunkt ihrer Leistung. Es gibt auch einige erloschene Feuerstellen. Viele davon sind verlassen, an anderen wird noch herumgewerkelt, oft verzweifelt versucht, aus der noch schwelenden Glut wieder neues Leben herauszulocken. Es gibt auch eine ganze Reihe von mittelstark brennenden Feuern. Die Menschen, die dafür verantwortlich sind, kümmern sich nicht ständig darum, dass sich die Flammen möglichst hoch in den Himmel strecken, dafür umso liebevoller und umsichtiger. Dort ist man zufrieden, wenn das Feuer wärmt – nicht mehr und nicht weniger. Manchmal droht das Feuer auch auszugehen, bevor in letzter Minute ein neues Scheit Holz nachgelegt wird. Sorgsam ausgesucht, behutsam auf die Glut gelegt, nicht bevor die dafür passende Stelle oft mit viel Zeit ausgesucht wurde. Man kümmert sich um das Feuer, behütet und umsorgt es, zwingt es nicht zur Höchstleistung und freut sich daran, wenn es behagliche Wärme ausstrahlt.

Aber zurück zu den Feuerstellen, an denen nichts mehr geht. Alle zur Verfügung stehenden Energien sind aufgebraucht worden. Rücksichtslos wurden alle Ressourcen ausgebeutet. Mit Hektik, zwanghafter Geschäftigkeit, quälender Ruhelosigkeit sollte etwas am Leben erhalten werden, was … ja, was eigentlich? Wer sich so sehr darauf konzentriert, das Feuer lodern zu lassen, vergisst mit der Zeit, warum das eigentlich notwendig sein soll. Das Ziel gerät in den Hintergrund, denn es geht nur noch darum, ständig auf dem Höchstlevel funktionieren zu können. Bis zum Zusammenbruch. Burnout. Ausgebrannt. Ende. Übrig bleibt ein kahler Haufen, Rückstände verbrannter Energie. Deprimierend. Die Feuerstelle muss aufgegeben werden, Verlust, Versagen … Verzweiflung. Erst recht macht sich das Gefühl von Versagen breit, wenn vom verbrannten Material nur noch graue, übelriechende Asche übrig bleibt, die partout keinen Funken mehr hergeben will. Das ist nun der Moment, in dem die Entscheidung gefällt werden muss, ob die Feuerstelle aufgegeben oder wiederbelebt werden soll. Das Leben nach dem Burnout – wie kann es weitergehen?

Willkommen!

Herzlich Willkommen auf meinem Blog

Als Texterin ist meine Leidenschaft das Schreiben. Am liebsten schreibe ich natürlich über das, was mir am Herzen liegt. Das ist nicht nur ein einzelnes Thema. Es geht um Gesundheit, Familie, um Witziges und Amüsantes und es geht um meine zweite große Leidenschaft: Das Theater.

Ihr denkt nun vielleicht, dass dieser Blog ein ziemlich gut vermischtes Durcheinander von Themen ist. Hab ich auch zuerst gedacht, bin aber dann zur Überzeugung gelangt, dass dies kein Themenchaos ist, sondern eine bereichernde Vielfalt!

Lest Euch einfach durch die verschiedenen Artikel und wenn Ihr etwas kommentieren möchtet … nur zu, ich freue mich über Feedback.

 

herzliche Grüße

Eure Jutta Dörnhöfer-Schneider

Texterin aus Leidenschaft

Bullshit oder was? Quai West am Staatstheater Nürnberg


Quai West am 07.03.15 in der Staatsoper Nürnberg

Was bin ich froh, dass das Höchstmaß an Scheußlichkeit einer modernen Oper auch tatsächlich in einer modernen Oper stattfindet und nicht, wie es leider immer wieder passiert, an eigentlich traditionellen Stücken solange heruminszeniert wird, bis sie als modern gelten. Insofern passt es dann ja auch, denn der geplagte Zuschauer kann sich während der Vorstellung immer wieder vor Augen halten, dass Musik, die den Ohren weh tut und eine Handlung, die keiner verstehen kann halt eben zu einer modernen Oper gehören müssen. Ich warte ja immer noch auf den Tag, wo dieses Vorurteil mit einer Brillianz von der Bühne gefegt wird, die Ihresgleichen sucht – aber wie gesagt, ich warte noch und am 07.03.15 erlebte die Warteschleife eine Fortsetzung.  Weiterlesen

2015 – das ändert sich für Familien

Die wichtigsten Änderungen für Familien ab Januar 2015

Elterngeld Plus wird eingeführt

Das bisherige Elterngeld wird um die Leistung Elterngeld Plus erweitert. Eltern von Kindern, die nach dem 1. Juli 2015 zur Welt kommen, können künftig zwischen dem bisherigen Elterngeld und dem Elterngeld Plus wählen. Das Plus bedeutet, dass sich die Bezugszeit von Elterngeld auf das Doppelte (24 statt 12 Monate) verlängert, wenn Teilzeit gearbeitet wird. Dafür verringert sich der Betrag um 50% im Vergleich zum „alten“ Elterngeld. Die Bereitschaft beider Elternteile, ihre Arbeitszeit auf 25 und 30 Wochenstunden verkürzen, wird künftig mit einem zusätzlichen Partnerschaftsbonus in Form von weiteren 4 Monaten Elterngeld Plus belohnt. Die Elternzeit bei Elterngeld Plus kann künftig in drei Etappen genommen werden. Bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Sprößlings können Eltern wählen.  Das bisherige Elterngeld existiert weiterhin. Eltern können frei wählen, welche Variante für sie besser in den Lebensplan passt, Elterngeld und Elterngeld Plus können sogar miteinander kombiniert werden.

Wesentliche Unterschiede zwischen Elterngeld und Elterngeld Plus

Nochmal die Änderungen in einer kurzen Zusammenfassung:

  • Elterngeld Plus: Bezugszeit 24 Monate bei 50%iger Kürzung des Elterngeldes
  • Elterngeld Partnerschaftsbonus: Weitere 4 Monate Elterngeld Plus, wenn beide Eltern in Teilzeit arbeiten
  • Mögliche Aufteilung der Elternzeit auf drei Etappen bis zum 8. Geburtstag des Kindes.

Familienpflegezeit wird verlängert

Das Gesetz „Zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“ tritt ab Januar 2015 in Kraft und soll – nomen est omen – Erwerbstätigen die Pflege eines schwer kranken Angehörigen zu Hause ermöglichen bzw. erleichtern. Zum Kreis jener Angehörigen, für die eine Familienpflegezeit in Anspruch genommen werden kann, ist klar definiert und umfasst u.a. auch Kinder, Adoptivkinder und Pflegekinder des Ehepartners bzw. des Lebenspartners.

Bisher waren es sechs Monate, in denen ein Arbeitnehmer seine wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren konnte. Dieser Zeitraum wurde durch das neue Gesetz auf bis zu 24 Monate verlängert. Um das fehlende Einkommen zu kompensieren, kann die pflegende Person ein zinsloses Darlehen erhalten. In akuten Fällen kann eine bezahlte Familienpflegezeit von bis zu 10 Tagen ermöglicht werden. Außerdem kann bei der Pflegeversicherung (der betreuten Person) ein so genanntes Pflegeunterstützungsgeld beantragt werden.

Kita Ausbau geht voran

Im Jahr 2015 sollen weitere Kita-Plätze entstehen, um den Bedarf besser decken zu können. Die Bundesländer erhalten hierzu aus dem Bundeshaushalt eine Milliarde Euro. Das Geld soll nicht nur zum Bau neuer Kitas verwendet werden, sondern auch zur qualitativ besseren Ausstattung.

Unterhalt: Selbstbehalt steigt

Die Düsseldorfer Tabelle gesteht unterhaltspflichtigen Elternteilen einen höheren Betrag als Selbstbehalt zu. Der Betrag (Selbstbehalt für Erwerbstätige) wird von 1000 Euro auf 1080 Euro monatlich erhöht. Die Unterhaltssätze selbst bleiben 2015 unverändert.

Gibt es 2015 eine Kindergelderhöhung?

Seit der letzten Kindergelderhöhung im Januar 2010 sind nun volle fünf Jahre vergangen. Für 2015 wurde eigentlich eine Erhöhung dieser für Familien so wichtigen Leistung um 35 Euro pro Kind angekündigt. Eigentlich. Denn gleichzeitig ist unser Finanzminister Schäuble (mit Recht) so stolz auf seine Schwarze Null, dass er dieses Ziel durch eine tatsächliche Kindergelderhöhung 2015 gefährdet sieht. Fazit: Es wird wohl nix mit einer Erhöhung des Kindergeldes im Jahr 2015.

Kindergelderhöhung 2015: nein. Kinderfreibetrag Erhöhung: ja!

Eltern, die anstelle des Kindergelds den steuerlichen Freibetrag für Kinder in Anspruch nehmen, werden allerdings durchaus im Jahr 2015 eine Erhöhung genießen können. Der Steuerfreibetrag wird nämlich rückwirkend ab 2014 um 72 Euro auf 7080 Euro jährlich erhöht. Das wirkt sich positiv auf die Steuerrückzahlung am Jahresende aus, denn die Frage, ob Kindergeld oder Steuerfreibetrag günstiger ist, wird immer erst im Rahmen der Einkommenssteuererklärung beantwortet. Bereits ausgezahltes Kindergeld wird im Falle einer Günstigerrechnung durch den Steuerfreibetrag von der Rückerstattung natürlich abgezogen. Das bedeutet: Zunächst erhält jeder Berechtigte das monatliche Kindergeld ausgezahlt und am Ende des Jahres wird ermittelt, ob die Familie mit dem Steuerfreibetrag oder mit dem Kindergeld finanziell besser fährt. Zur Orientierung: Der Freibetrag für Kinder rechnet sich in der Regel ab einem Jahreseinkommen von 63.000 Euro für Ehepaare und 33.500 Euro für Alleinerziehende.

Aber 2016 muss die Kindergelderhöhung doch endlich kommen!

Durch die Erhöhung des Freibetrags werden besser verdienende Eltern im Jahr 2015 günstiger gestellt. Kindergeldbezieher müssen dagegen sogar einen Kaufkraftverlust von ca. 5 % hinnehmen, wie Angaben des statistischen Bundesamtes belegen. Allerdings kann damit gerechnet werden, dass die nächste Kindergelderhöhung 2016 dann doch endlich kommt und dass die versprochenen 35 Euro pro Kind als Aufstockung gewährt werden.

Was können Eltern tun, um die fehlende Kindergelderhöhung 2015 auszugleichen?

Viele Eltern entschließen sich für eine Riesterrente. Hier gibt es für Familien mit Kindern erhebliche staatliche Zuschüsse, das gilt beispielsweise für Bausparen. Freilich müssen dafür bestimmte Einkommensvoraussetzungen erfüllt sein, aber Familien, welche diese Voraussetzungen erfüllen, profitieren von staatlichen Vergünstigungen.

Meine Gedanken zu Social Freezing

Frauen mit Kinderwunsch können nun noch präziser den Zeitpunkt einer gewollten Schwangerschaft bestimmen. Social Freezing heißt das Reizthema, das die Gemüter erregt  – meines ehrlichgesagt auch. Freilich kann heutzutage niemand mehr ernsthaft behaupten, dass Kinderkriegen alleine dem Zufall überlassen werden muss, gottgewollt oder auch nicht. Dennoch stehe ich der Möglichkeit, Eizellen einfrieren zu lassen, solange sie noch frisch sind und sie zu einem Zeitpunkt auftauen zu lassen – wenn es eben passt mit dem Schwangerwerden sehr kritisch gegenüber.

Social Freezing – was ist das?

Hier zitiere ich Wikipedia: „Social Freezing bezeichnet das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinischen Grund. Diese Möglichkeit gibt Frauen, die sich ihren Kinderwunsch aktuell nicht erfüllen können (…), größere Chancen auf eine Schwangerschaft jenseits des Alters von etwa 35 Jahren …“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Freezing).

Das Einfrieren von potentiell befruchtungsfähigen Eizellen kennt man in der Medizin schon länger. Diese Art von Konservierung war ursprünglich entwickelt worden, um Krebspatientinnen eine spätere Mutterschaft zu ermöglichen, nachdem eine geplante Chemotherapie überstanden ist. Je jünger die Frau bei der Entnahme der Eizellen ist, desto höher liegen die Chancen auf eine spätere Befruchtung. Ich finde es gut, dass die Wissenschaft derartige Methoden zur Verfügung hat, das möchte ich mal in aller Deutlichkeit festhalten.

Facebook und Apple nutzen Social Freezing als Instrument im Personalmanagement

Social Freezing erhielt im Herbst 2014 eine medial gepushte Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass große Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen im besten Gebäralter anbieten, die Kosten von immerhin 20.000 Euro für das Konservieren ihrer Eizellen zu übernehmen. Plötzlich wurde landauf landab darüber diskutiert, ob es ethisch vertretbar ist, den Kinderwunsch zu terminieren und die Verwirklichung einfach auf später aufzuschieben. Frauen sind heutzutage gut ausgebildet und karrierefähig. Durch die Familienplanung werden sie immer noch ziemlich drastisch ausgebremst, Teilzeitstellen sind knapp und in den Führungsetagen sowieso nicht gerne gesehen. Wer sein Kind schon bald nach der Geburt nicht in die Betreuung von Kita oder Tagesmutter geben möchte, muss die Entscheidung zwischen Kind und Karriere eindeutig zu Lasten der Karriere treffen. In den Unternehmen fehlt die Kompetenz gut ausgebildeter Frauen natürlich, was volkswirtschaftlich nicht als vorteilhaft zu bezeichnen ist. Ein Dilemma also, aus dem es keinen Ausweg gibt?

Ist Social Freezing ethisch vertretbar?

Die Pille revolutionierte in den 70er Jahren die sexuelle Selbstbestimmung der Frau. Ab sofort konnten Frauen bestimmen, ob sie schwanger werden wollen oder nicht. Bis heute gibt es übrigens in konservativen und streng gläubigen Kreisen Kritik an dieser Art und Weise der Verhütung, aber das nur nebenbei. Social Freezing ist in meinen Augen eine ethisch fragwürdige Weiterführung einer ursprünglich durchaus sinnvollen Methode. Ist unsere Gesellschaft denn wirklich so erfolgslastig geworden, dass die Familie hintenan stehen muss? Zur Erinnerung: Die Familie ist die kleinste, aber wichtigste Keimzelle der Gesellschaft (nach Wilhelm Heinrich Riehl, Kulturhistoriker, 1823 – 1897). Das gilt meiner Meinung nach bis heute, auch wenn sich das traditionelle Familienbild „Vater-Mutter-Kind“ mittlerweile gewandelt hat. Ich kann mich nicht damit einverstanden erklären, dass der Stellenwert der Familie und ihre Rolle, die sie in unser aller Leben spielt, als „verschiebbar“ gelten. Diese Entwicklung stelle ich nicht erst seit Social Freezing im Gespräch ist fest, und genau dieser Trend macht mir Sorgen. Um wie viel kälter wäre unsere Welt, wenn es nicht die Geborgenheit der Familie gäbe, egal, wie sich die Familienstrukturen zusammensetzen? Man darf auch nicht vergessen, welchen unersetzbar wichtigen Einfluss familiäre Verhältnisse auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder nehmen. Bitte vergesst nicht: Die Kinder von heute bestimmen das Bild der Gesellschaft von morgen!

Social Freezing – ein echter Trend?

Die Zahlen steigen sprunghaft an! So sagte der Koordinator des wissenschaftlichen Netzwerkes Fertiprotekt. Im Jahr 2012 griffen in Deutschland 22 Frauen auf die Möglichkeit Social Freezing zurück, während es 2013 bereits 134 Frauen waren (Quelle: FN vom 22.12.2014). Irgendwie beruhigt mich das nun wieder. Obgleich prozentual berechnet auch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist, so viele Frauen sind es ja dann auch wieder nicht, dass man von einer echten gesellschaftlichen Entwicklung sprechen könnte. Dennoch – ich bin auf die Zahlen für 2014 gespannt, die werden ja sicherlich schon bald veröffentlicht werden.

Habt Ihr eine Meinung dazu? Ich freue mich über Eure Kommentare und hoffe auf eine fruchtbare Diskussion!

Kaffeekapseln vs. Filterkaffee – The Winner is: Filterkaffee

Kapselkaffeemaschinen sind kultig, natürlich habe ich auch eine in meiner Küche stehen. Aber nun kam ich ins Nachdenken darüber, ob Filterkaffee nicht doch auch eine Möglichkeit wäre, mein Bedürfnis nach Koffein zu stillen. Wie kam es zu dieser Überlegung? Ich habe einen Artikel gelesen und mir wurde klar: Ich war eine Umweltsünderin und das gebe ich nun voller Reue zu. Bevor Ihr über mich allzu streng richtet, will ich gleich ankündigen: Ich habe mich entschlossen, mein Verhalten zu ändern und künftig mehr für die Umwelt zu tun! Dafür wird ein vielgenutzter Küchenhelfer in den Keller verbannt. Meine Kaffeekapselmaschine darf ab heute in den wohlverdienten Ruhestand gehen!

Back tot he Roots beim Kaffeekochen – der Filterkaffee feiert Renaissance

Anstelle von kultigen Kaffeekapseln werde ich ab heute nur noch umweltschonendere Varianten zum Kaffeekochen anwenden. Warum? Ich sehe es nicht mehr ein, dass ich meinen Mülleimer mit etwas fülle, was vollkommen überflüssig ist, jede Menge wertvolle Ressourcen in der Herstellung verbraucht und unter Umständen sogar schädlich für meine Gesundheit ist. Dabei weiß ich nicht mal, wohin die verwendeten Kapseln denn eigentlich gehören – in den Restmüll oder in den gelben Sack? Für die Zukunft brauche ich mich aber damit nicht mehr zu beschäftigen, denn ich koche Kaffee nur noch nach der althergebrachten Methode, wie es schon meine Oma getan hat. Ganz nebenbei zaubere ich damit wieder den unwiderstehlichen Kaffeeduft in meine Wohnung, wie er nur dann entsteht, wenn sich kochendes Wasser über loses Kaffeemehl ergießt. Ob man den Brühvorgang mit der Hand oder mit einer handelsüblichen Kaffeemaschine durchführt, ist eigentlich egal. Da ich aber konsequent back to the roots will – zumindest beim Kaffeekochen – brühe ich nur noch per Hand. Eine kleine Anleitung zum Kaffeekochen nach Oma-Art findet Ihr im nächsten Artikel.

Alternativen zu Kaffekapseln

Der Grund für meinen Sinneswandel liegt in der klaren Erkenntnis, dass Kaffeekapseln umweltschädlich sind. Das lässt sich auch nicht schönreden. Es werden 14 Kilowattstunden Strom benötigt, um aus dem Rohstoff Bauxit ein Kilogramm Aluminium herzustellen. Dadurch werden durchschnittlich 8,4 Kilogramm Kohlendioxid frei. Eine Kapsel schlägt mit ca. einem Gramm zu Buche. Im Jahr 2010 wurden ca. sieben Milliarden Kaffeekapseln verkauft und verwendet, wobei wir mittlerweile 2014/2015 schreiben und die Tendenz steigend sein dürfte! (Quelle: http://www.focus.de/wissen/klima/tid-25793/oeko-bilanz-von-kaffeekapseln-weniger-kaffee-fuer-mehr-muell-und-mehr-geld-das-problem-der-aluminium-kapseln_aid_752526.html).

Freilich reagieren die Hersteller von Kapseln und Kapselmaschinen auf diesen Wahnsinn mit der Entwicklung von recycling-fähigen Kapseln. Das lässt zumindest hoffen, dass künftig weniger umweltschädliche Nebenwirkungen beim Kaffeekochen entstehen werden. Es gibt mittlerweile auch Kaffeepads aus Filterpapier, die nach der Verwendung in den Biomüll gegeben werden können. Insofern wäre eine Kaffeemaschine für Pads aus meiner Sicht die umweltschonendere Alternative zur Kapselmaschine. Aber wenn ich schon meine Gewohnheiten verändere, dann mache ich gleich einen radikalen Schnitt.

Bei mir gibt’s künftig nur noch handgebrühten Filterkaffee

Nun stehe ich allerdings vor der Frage, ob ich eine herkömmliche Kaffeemaschine kaufen soll, oder wieder zum Handfiltern übergehen soll. Mein Weg führte mich deshalb in einen Elektromarkt, hoffnungsfroh stand ich vor dem Regal mit Kaffeemaschinen – und zog nach ca. 30 Minuten unverrichteter Dinge wieder ab. Warum? Die Maschinen kosteten zwischen 30 und 200 Euro, sahen futuristisch aus mit ihren vielen Knöpfen und Anzeigemöglichkeiten und können letztlich doch nichts anderes, als Kaffeekochen. Wenn schon, denn schon – so dachte ich mir und bevor ich durch den Kauf einer elektrischen Maschine erneut die Umweltbilanz belaste, greife ich künftig zur altbewährten Methode und brühe per Hand! Mal sehen, wie lange ich das durchhalte.

 

 

Garagenvertrag oder Abstellgenehmigung – oder mein Freund, der Mann von der Post

Eigentlich wollte ich eine Abstellgenehmigung für die Paketpost erteilen, aber vermutlich habe ich eine Garage gemietet, im schlimmsten Fall gekauft.

…und das kam so:

Als ich letzte Woche ein Paket hätte bekommen sollen, war ich nicht zu Hause und fand stattdessen eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Ich solle doch bitte die Freundlichkeit besitzen, und das Paket selbst abholen und zwar in der Postfiliale in meiner Nähe. Klar, da standen auch die Öffnungszeiten, meine Schuld dass ich nicht nochmal draufgeschaut habe, bevor ich mich heute auf die Socken machte. Als ich hinkam, fand ich die Filiale geöffnet vor, der Postmensch machte aber gerade Pause. Das gab er mir nonverbal zu verstehen, indem er heftig kauend mit dem Zeigefinger auf die Tafel mit den Öffnungszeiten verwies. Ich verstand. War auch nicht sauer, bin ja selbst schuld und der arme Mann muss ja schließlich auch mal Pause machen. Es lohnte sich nicht, heimzugehen. Einkaufen fiel auch aus, denn ich musste ja später das Paket heimschleppen und würde daher nicht auch noch Tüten tragen können. Also trieb ich mich 45 Minuten mehr oder weniger ziel- und planlos in der Gegend herum.

Pünktlich um 14 Uhr betrat ich mit neuem Schwung erneut die Filiale. Zwei Kunden waren vor mir, dann war ich an der Reihe. Mir wurde mein Paket ausgehändigt, nachdem ich dem Postbeamten meine Identität durch Vorlage meines Personalausweises belegen konnte. So weit so gut. Dann kam mir eine dumme Idee. Ich fragte nämlich, ob ich vielleicht hier und jetzt eine Abstellgenehmigung erteilen könnte.

Der Postmann: „Sie wollen einen Garagenvertrag abschließen?“

Ich: „Nein, ich möchte die Genehmigung erteilen, dass Pakete künftig an meiner Wohnungstür abgestellt werden können“.

Der Postmann: „Sag ich doch, einen Garagenvertrag“

… und knallt mir einen mehrseitigen Flyer vor die Nase, den ich seinem Befehl zufolge „Ausfüllen“ sollte. Dass ich meine Lesebrille nicht zur Hand hatte, ist wiederum nicht die Schuld von Postmann. Aber auch im Vollbesitz meines Augenlichts hätte ich erwartet, dass er so viel Servicegedanken aufbringen hätte können, um das Ding für mich auszufüllen. Ich versuche also, an der richtigen Stelle des Formulars „an der Wohnungstür“  hinzuschreiben, meine Personalien und …. dann musste ich noch die Personalausweisnummer eintragen. Selbigen hatte ich längst wieder verstaut und da ich zu den Menschen gehöre, die ihre Personalausweisnummer nicht auswendig kennen, musste ich ihn erst wieder hervorholen.

Der Postmann: „Rücken Sie bitte zur Seite“ (Die Worte „Rücken Sie bitte“ habe ich in meiner Phantasie dazu gefügt)

Ich: „Nein, ich bin jetzt dran und ich rücke nicht zur Seite“

Der Postmann: (laut!) „Sie behindern den Schalter!“

Ich: (auch laut!) „Ich habe eine Dreiviertelstunde auf Sie gewartet und bin jetzt dran. Ich erledige das, was ich am Schalter erledigen will und behindere gar nichts!“

Der Postmann: (noch lauter!) „Was!! Gewartet!!!!! Sie haben das jetzt auszufüllen und zwar am Tisch. Machen Sie den Schalter frei!!“

Ich: (jetzt ganz leise) „Ich schreibe da jetzt die Ausweisnummer rein und dann mach ich den Schalter frei! Okay?“

Die Gesichtsfarbe des Postmanns färbte sich gefährlich rot und wie ich ausgesehen haben mag, will ich gar nicht wissen. Ich pinselte die Nummer rein, unterschrieb und legte das Dingens ihm auf den Schalter mit den Worten „ das war jetzt ganz schwer für Sie, oder?“ Bevor er antworten konnte, bin ich gegangen. Was sonst noch auf dem Formular stand, konnte ich mangels Lesebrille nicht eindeutig erkennen. Sollte ich aber tatsächlich eine Garage gekauft oder gemietet haben – macht es nichts, kann ich auch brauchen.

Was das alles mit dem Blog-Thema Gesundheit  zu tun hat? Ganz einfach: Ärgern treibt den Blutdruck nach oben … und das ist bekanntlich ganz ungesund. Logische Folgerung: Besser beizeiten einen Garagenvertrag abschließen, als zu Unzeiten Ärger mit dem Postmann zu bekommen.

Sargverbot in China – Tradition muss Profitgier weichen

Praktisch denken – Särge schenken … und schon ist wieder Schluss mit lustig. Denn die Zeitungsmeldung vom 29.05.2014 in den Nürnberger Nachrichten (afp) mit der Überschrift „China: Selbstmorde wegen Sargverbot“ lässt selbst den größten Zynikern die Lust an humorigem Sarkasmus vergehen. Im nur wenige Zeilen umfassenden Artikel wird davon berichtet, dass man sich im Land der aufgehenden Sonne wieder mal etwas Neues hat einfallen lassen, um der ohnehin schon in weiten Teilen geplagten Bevölkerung das Leben noch ein gutes Stück schwerer zu machen. Oder sollte es besser heißen: Sterben soll schwieriger werden?

Worum geht’s? Eine Pekinger Zeitung berichtet von einem Behördenbeschluss der Stadt Anqing. Danach sollen ab Stichtag 1. Juni 2014 keine Erdbestattungen mehr erlaubt sein, stattdessen werden Einäscherungen zwingend vorgeschrieben. Die offizielle Begründung für diese drastische Maßnahme: Der Grund und Boden in China würde dringend für Landwirtschaft und Baumaßnahmen benötigt. Anscheinend gibt es im Riesenreich davon so wenig, dass man keinen Quadratmeter davon für die Bestattung von Menschen opfern möchte. Die vorhandenen Friedhöfe reichen offensichtlich für künftige Urnenbestattungen gerade noch aus, aber für Särge ist wohl kein Platz mehr. Wer nun denkt, diese Info käme in seiner Tragweite ungefähr an den Sack Reis heran, der in China ab und zu mal umfällt, hat aus unserer westlichen Sicht vielleicht Recht. Mich hat die Geschichte dennoch aufgeregt, denn sie geht noch weiter.

In China spielt die Verehrung der Ahnen eine unglaublich große Rolle. Es gilt als unehrenhaft, seine Verstorbenen nicht angemessen zu bestatten. Angemessen heißt: Es muss eine Erdbestattung sein mit einer Grabstätte, die dem Totenkult in China Rechnung tragen kann. Einäscherungen und Urnenbestattungen kommen in dieser Kultur nicht vor. Die Aussicht gerade der älteren Chinesen, nach ihrem Tod nicht würdig verehrt werden zu können, ist grauenhaft. Wir können das aus unserer Sicht nicht nachvollziehen. Wenn man aber berücksichtigt, dass sich wegen der Änderung der Bestattungsvorschriften bereits einige ältere Menschen das Leben genommen haben, wird die Tragweite dieses Beschlusses schon klarer. Die Selbstmörder wollten lieber unehrenhaft durch eigene Hand sterben, aber dafür vor dem Stichtag 01. Juni 2014 ordentlich beerdigt werden.

Die chinesischen Behörden kennen natürlich ihre Pappenheimer, in diesem Fall ihre Bewohner der Stadt Anqing und versuchten, mögliche Anreize zu solchen Kurzschlusshandlungen zu unterbinden.  Sie machten sich nämlich bereits einige Wochen vor dem Stichtag auf, bereits vorhandene Särge einfach zu beschlagnahmen und zu zerstören. Im Einzelfall sah das so aus: Eine 83-Jährige hatte für ihren späteren Tod schon alles vorbereitet und auch der Sarg stand schon bereit. Die zuständigen Mitarbeiter der Behörde zersägten den Sarg vor den Augen der bis ins Mark erschütterten alten Dame. Diese sah sich der Chance auf eine ehrenhafte Beerdigung endgültig beraubt und entschied sich daraufhin trotzdem aus Verzweiflung für den Freitod. Und nun kommt der Gipfel der Frechheit: Die offiziellen Stellen gaben eine Erklärung ab, in der behauptet wurde, die alten Menschen hätten ihre Särge freiwillig abgegeben.

Mir stellt sich jetzt die Frage, welche Interessen wirklich für die Missachtung einer Jahrtausende alten Tradition verantwortlich sind. Sind es chinesische Baukonzerne (Bauland) oder steht die Lebensmittelindustrie (Agrarland) dahinter? Oder sind es gar finanzielle Interessen von irgendwelchen Spekulanten? In jedem Fall wird eine Portion Profitgier eine Rolle spielen. Wir werden es nicht erfahren, aber man darf ja mal darüber nachdenken. Bleibt nur zu hoffen, dass sich diese neuen Sitten nicht im restlichen China breitmachen, damit den Menschen ihre so wichtigen Traditionen erhalten bleiben können.

 

Autorin: Jutta Dörnhöfer-Schneider